Geld verdienen in Zeiten der Krise? Was du jetzt tun solltest (und was nicht)!

Ungefähre Lesezeit: 8 Minuten

Welche Chancen Affiliatemarketing in der Coronakrise bietet.

Vorwort:

Natürlich betrifft mich die Coronakrise beruflich genauso wie so ziemlich jeden anderen berufstätigen Menschen. Natürlich nicht im Sinne von finanziellen Einschränkungen wie du vielleicht ahnst, aber im gesundheitlichen Sinne. Zum jetzigen Zeitpunkt wo ich diese Zeilen verfasse, weiß ich nicht sicher, ob ich und meine Frau infiziert sind, oder nicht. Fest steht: Wir befinden uns innerhalb einer Infektionskette in zweiter Linie, deren Spur zurück in den Skiort Ischgl, nach Tirol führt. Tatsächlich haben wir auch kleinere Symptome, die allerdings subjektiv betrachtet eher atypisch für den Krankheitsverlauf von Covid-19 sind und derzeit wie ein „Kindergeburtstag“ wirken. Der „trockene Husten“ ist zb eher ein feuchter und das leichte Kopfweh… Naja, vielleicht kommt es auch vom vielen Monitorschauen. Wir bleiben also mal positiv und selbst wenn wir infiziert sind: Wir haben uns ohnehin seit fünf Tagen unter Quarantäne gestellt. Die überforderten Gesundheitsrufnummern und Testerstationen werden wir jedenfalls nicht zusätzlich blockieren, solange wir nur milde Symptome haben. Da gibt es Personengruppen, die viel dringender darauf angewiesen sind.

Schlußbemerkung dieses Vorwortes: Ich bin in diesen Tagen verdammt froh in Österreich unter einer handlungsfähigen, im Großen und Ganzen vorbildlich agierenden Regierung zu leben. Weitere politische Bemerkungen zu anderen europäischen Nationen und ihrem Umgang mit der Coronakrise spare ich mir an dieser Stelle.

Geld verdienen von zuhause in Zeiten der Coronakrise


STAY AT HOME als Chance in der Coronakrise

Die Coronakrise wird unser Leben nachhaltig verändern. Vielleicht nicht im gesundheitlichen Sinne, denn die derzeit notwendigen Quarantäne-Massnahmen und Ausgangsbeschränkungen sind glücklicherweise ja zeitlich befristet. Aber mit Sicherheit im wirtschaftlichen Sinne. Österreich hat kürzlich ein 38 Milliarden Paket für die heimische Wirtschaft vorbereitet. Nichts desto trotz wird man sich in den meisten Bereichen auch als Unternehmer in Zukunft auf härtere Zeiten einstellen müssen. Denn die wirtschaftlichen Auswirkungen werden noch viele Monate, wenn nicht sogar Jahre nachwirken. Es ist durchaus möglich, dass nachher nichts mehr so ist, wie es einmal war. Umso wichtiger ist es, sich mit den Chancen zu befassen, die in der Digitalisierung liegen!

Das Glück im Unglück ist, dass man gezwungenermaßen nun wesentlich mehr Zeit hat, die Baustellen in den eigenen vier Wänden in Ordnung zu bringen. Ich für meinen Teil habe die Infrastruktur meiner gesamten Firma in die Wohnung verlegt und unsere vierjährige Tochter ist hellauf begeistert, dass sie nun Mama und Papa permanent um sich hat. Mal sehen, ob die Begeisterung in ein paar Wochen auch noch vorhanden ist… Denn die Ausgangsbeschränkungen, bei uns hier, laufen aktuell noch bis 13. April. Dafür kann man sich aber dem Frühjahrsputz und diversen anderen Onlineprojekten widmen.

Und dazu zählen natürlich auch wieder meine berühmt berüchtigten LIVE-Webinare (nächster Termin 05.04, 18h), welche ich für User meines umfangreichen Affiliate Marketing Kurses „die Cashcow“ unengeltlich abhalte. Diese Events werde ich die nächsten Wochen erstmals aus meinen Privaträumen abhalten und ich freue mich schon wieder auf zahlreiche TeilnehmerInnen aus aller Welt. Ja, richtig gelesen. Meine aktuell rund 350 wirklich aktiven Affiliates arbeiten nicht nur von Deutschland und Österreich aus, sondern auch aus Thailand, Singapur, den USA, Zypern, Mallorca, usw. usf. Mit Affiliate Marketing Geld zu verdienen funktioniert eben von überall aus der Welt. Und: Es funktioniert auch in Krisenzeiten wie diesen!

Geld verdienen von zuhause aus
Vom 60m2 Büro ins Schlafzimmereck. Die Coronakrise zwingt auch den Wolf ins Homeoffice. Der Umsatz passt trotzdem.

Ist jedes Onlinegeschäft krisensicher in Zeiten wie diesen?

Nein! Es gibt zahlreiche Businessmodelle, die aktuell große Probleme haben, oder gar verunmöglicht wurden.

Z.B: Dropshipping und Amazon FBA sind (abhängig vom jeweiligen Produkt) derzeit nicht das, was es einmal war. In den themenrelevanten Facebookgruppen berichten Verkäufer mehrheitlich von einbrechenden Umsatzzahlen. Kürzlich wurde auch bekannt, dass Amazon einzelnen Händlern plötzlich die Rechte auf den Selbstversand >Prime by Seller< entzieht und sich das Recht herausnimmt, Händlerbestellungen zu stornieren. „Prime by Seller“  ist das Versandprogramm mit dem Händler Prime Kunden direkt aus dem eigenen Warenlager beliefern können. Dabei beruft sich Amazon auf die aktuelle Krise durch Corona. Auch kleinere, regional agierende Onlineshops berichten über Probleme, welche teilweise mit sinkender Nachfrage auf physikalische Produkte, oder aber mit Lieferproblemen zusammenhängen.

Welche Nischen im Affiliate Marketing funktionieren derzeit und welche nicht?

Allerdings gibt es auch in bestimmten Bereichen von Affiliate Marketing derzeit Schwierigkeiten aufgrund der Coronakrise und die sollte man nicht verschweigen. So hat beispielsweise der Wertpapierhändler gratisbroker.de kürzlich sein Partnerprogramm eingestellt und beruft sich dabei in einer Aussendung auf die aktuelle Krise durch Covid-19. Mein erster Gedanke diesbezüglich war: Warum ein Finanzdienstleistungsunternehmen? Aber tatsächlich gehen in vielen Finanzbereichen derzeit die Anfragen stark zurück und beeinflussen dadurch natürlich auch das Angebot. So vermeldete die Raiffeisenbank diese Tage, dass es u.a. auch einen starken Rückgang bei Kreditanträgen gäbe.

Am stärksten betroffen ist derzeit zweifelsohne das Thema „Reisen“ und „Tourismus“ im allgemeinen. Hier gibt es schon seit mehreren Wochen dramatische Umsatzeinbrüche bis hin zu 100%, wie mir Partner des Affiliateprogramms von TUI Reisen schon vor mehreren Tagen mitteilten. Damit verbunden gibt es natürlich auch Einbrüche in anderen artverwandten Bereichen, die ebenfalls durch Affiliatemarketing monetarisieren. Als Beispiele nenne ich jetzt mal AirBNB sowie natürlich sämtliche Reiseratgeber und Kurse, wie sie auch auf Digistore24 angeboten werden.

Was funktioniert aktuell, trotz Coronakrise?

Ich kann natürlich nur meine subjektive Sicht wiedergeben. Aber aktuell verzeichne ich als Affiliate (und übrigens auch als Vendor) KEINE signifikanten Rückgänge im Bereich „Geld verdienen im Internet“. Ganz im Gegenteil…

Ich glaube übrigens, dass dieser Bereich in den nächsten Wochen/Monaten starke Umsatzsteigerungen erfahren wird. Leute befinden sich vermehrt zu Hause und werden die Zeit nutzen, um sich Wissen anzueignen, oder sinnvollen Onlinetätigkeiten nachzugehen, die sich auch finanziell lohnen. Somit sollte sich das Bewerben von Kursen wie beispielsweise die Cashcow, oder auch andere, ähnliche Kurse, für dich lohnen.

Auch im Bereich Weiterbildung wird es garantiert interessant. E-Learning Programme, sowie Sprachkurse werden wieder beliebter, da dies genau die Produkte sind, die vermehrt von zu Hause aus konsumiert werden! Und noch nie war der Zeitpunkt so günstig, sich die Zeit zu nehmen, zB eine neue Sprache zu lernen.

Auch Kommunikationstools und Videoplattformen werden verstärkt gefragt sein. Wusstest du zB das Vimeo ein Partnerprogramm hat? (Bei „CJ by Conversant“)

Richtig interessant scheint aktuell auch der Bereich Online Dating zu sein. Ich habe (trotz eigener Produkte) diesen Bereich in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt, aber gerade zuletzt (seit Beginn der Krise) konnte ich hier ein deutlich gesteigertes Interesse seitens der User wahrnehmen!

Das ist auch der Grund warum ich am Sonntag den 05. April um 18 Uhr ein neues LIVE Webinar für meine Cashcow User abhalte, in dem ich verschiedene Partnerprogramme für den Bereich Dating vorstelle und euch zeige, wie man mit Portalen, sowie digitalen Ratgebern zu diesem Thema Geld verdienen kann! Ich werde dabei auch einige echte INSIDERTIPPS verraten, die ihr garantiert noch nicht kennt! Cashcow User finden den Link zum Zugang demnächst im Kundenportal vor, sowie in der Cashcow Affiliategruppe! Außerdem werden meine Cashcow-Abonnenten per Mail rechtzeitig informiert! Du benötigst mehr Infos zum Thema Affiliate Marketing und /oder Cashcow? Du kannst auch diesen Artikel dazu lesen.

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Wie sieht es mit Produkten rund um das Thema Corona aus?

Es mag zwar einladend sein, mit der Angst der Bevölkerung Geld zu verdienen, persönlich halte ich jedoch nichts davon. Nicht nur aus moralischen Gründen. Sondern weil einige Beispiele aus der Vergangenheit auch zeigten, dass bei einem ausreichendem Vorhandensein von kostenlosen Informationen im Netz, die Bereitschaft für ein Angstthema zu bezahlen, gleich Null ist.

Als jüngstes Beispiel möchte ich nur das Thema DSGVO hernehmen. Hier gab es einige, durchaus gute Kurse, welche auch ich als Affiliate beworben habe. Die Statistiken hiezu sind allerdings eher ernüchternd. Die Wahrheit ist: Obwohl ich damals weit über 1000 Klicks auf unterschiedlichste DSGVO Hilfsprogramme weiterleitete, kam gerademal ein einziger Sale zustande! Ja, richtig gelesen. Der Wolf ist also auch nicht immer erfolgreich! 😉 Auch Berichte anderer Affiliates/Webmaster sind da nicht viel positiver.

Ähnlich schätze ich es auch beim Thema Corona ein. Aktuell gibt es (noch) einzelne Produkte mit „waghalsigen Landingpages“ (höflich ausgedrückt), die hier versuchen mit dem Thema schnelles Geld zu machen. Ehrliche Meinung: Das wird nicht klappen. Gerade bei einem solchen Thema geht es um sehr viel Vertrauen. Und ganz egal, ob man den offiziellen Quellen und Medien glauben schenkt, oder irgendwelchen Schwubbeldoktoren, die gerade auf YouTube ihre Klickzahlen mit fragwürdigen Thesen friesieren: Alle Informationen, egal aus welcher Richtung, kann man mit einem Klick kostenlos bekommen. Im Regelfall wird kein Mensch dafür Geld ausgeben. Schon gar nicht bei Landingpages, wie man sie aktuell (noch) vorfindet.

Lösungen um aus der Krise zu kommen

Ganz egal, auf welchem Sektor du tätig bist. Es kann sein, dass du in den nächsten Wochen/Monaten dein Business komplett umstrukturieren musst, um über die Runden zu kommen. In vielen Sparten kannst du dies aber auch als neue Chance betrachten, durch die du dir auch für die Zeit nach der Krise neue Möglichkeiten zur Monetarisierung schaffst. Bevor du dich fragst, was zu tun ist, hier ein paar Fallbeispiele unterschiedlichster Sorte:

  • Abgesagte Vorträge: Du bist Speaker/Vortragende(r) zu unterschiedlichsten Themen. Auftritte wird es die nächsten Monate keine geben und ich selbst kann ein Lied davon singen, da auch mir zwei Speakertermine weggebrochen sind. Wenn dies der Hauptsektor ist mit dem du dein Geld verdienst, dann kreiere eigene Online Kongresse und Online Seminare (beispielsweise per Zoom) und halte deine Vorträge (eventuell auch mit anderen Speakern als Interviewpartner) online. Monetarisiere die Kongresse/Seminare mit Hilfe von Affiliate Marketing über Plattformen wie Digistore24, Copecart oder Clickbank.
  • Abgesagte Theateraufführungen: Du bist Schauspieler/Regisseur/Theaterproduzent. Erreiche dein Publikum trotzdem, indem du deine Zuseher mittels Streaming, daheim in ihren Wohnzimmern erreichst. Dies wird jetzt schon von vielen Künstlern erfolgreich gehandhabt! Beispiele: Dieter Hallervorden und sein Berliner Schloßparktheater oder siehe auch das Projekt spectyou.com. Auch ein solches Vorhaben kannst du über Affiliate Marketing monetarisieren!
  • Du bist in der Tourismus- und/oder Veranstaltungsbranche und von der aktuellen Krise besonders betroffen? Dann verkaufe jetzt schon Gutscheine, welche deine Kunden zu einem späteren Zeitpunkt, nach der Coronakrise einlösen können.
  • Du bist in der Beratungsbranche und deine Kunden/Klienten kommen nicht mehr zu dir? Nutze Video-Calls sowie endgeltliche Webinare (möglich zb bei Everwebinar) und/oder stelle ihnen deine Info-Videos zur Verfügung.
  • Krisengebeutelte Nischen: Du hast in der Vergangerheit hauptsächlich als Partner/Affiliate von jetzt krisengeschwächten Nischen agiert? Nutze die Zeit im Homeoffice dich mit anderen flurierenden Nischen auseinanderzusetzen und eigne dir Expertenwissen dazu an. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Je mehr unterschiedlichste Nischen du bedienen kannst, desto sicherer wirst du auch innerhalb von Krisenzeiten unterwegs sein!
  • Du bist absoluter Anfänger und wolltest schon immer dein Business digitalisieren und von zu Hause aus Geld verdienen? Dann ist genau JETZT der richtige Zeitpunkt, all dies zu lernen!

Verkaufsaktionen im Namen der Coronakrise?

Zahlreiche Kursanbieter bieten ihre Produkte derzeit als „Corona-Aktionsprodukte“ an. Ich will das nicht kritisieren oder detailierter kommentieren, denn jeder Unternehmer muss selbst wissen, unter welchem Stern er seine Produkte vermarktet. Natürlich haben wir uns im Rahmen unserer eigenen Angebote wie zb der „Cashcow“ auch darüber unsere Gedanken gemacht.

Wer die Cashcow kennt, weiß, dass es einer der umfangreichsten Kurse zum Thema Affiliatemarketing ist, die es im Netz gibt. Und inkludiert sind dabei nicht nur 18h Schritt für Schritt Videoanleitungen, sondern auch wie oberhalb bereits erwähnt, unsere Cashcow-Live-Schulungen zu unterschiedlichsten Themen. Die Cashcow ist ein zeitloser Kurs, der immer up to date gehalten wird und ausgezeichnete Feedbacks seitens seiner Anwender bekommt. Das liegt natürlich auch daran, dass ein großer Teil der User mit dem System der Cashcow erfolgreich Geld verdient. Ich müsste also keine Aktion dafür machen, denn der Kurs verkauft sich so, oder so. Aber wenn ich schon nicht das negativ behaftete Reizwort „Corona“ dafür bemühen möchte, so gebe ich angesichts der Situation in der wir uns alle befinden, dem ganzen vielleicht doch noch einen pädagogischen Sinn.

Und zwar so, in dem ich euch das sage, was euch auch viele Experten sagen: Bleibt daheim! STAY AT HOME! Und genau so lautet auch der Name unseres exklusiven Gutscheincodes, der für alle Daheimgebliebenen, die mit der Cashcow durchstarten wollen gültig ist! Trage diesen Gutscheincode einfach im Bestellformular ein und der Preis wird sich automatisch reduzieren!

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Und wenn wir alle wieder ganz normal rausdürfen, dann kann sich auch für dich bis dahin einiges zum Positiven geändert haben! 😉 Nutze die Zeit! Ich helfe dir dabei! Und wenn du Fragen hast: Melde dich bei mir! Ich freue mich über jeden vernünftigen, neuen Kontakt auf Augenhöhe! Auch wenn er dzt. nur rein virtuell ist! Wir haben ja jetzt viel Zeit… 😉

Noch mehr Infos zu diesem und anderen Themen erforderlich? Trage dich gerne in meinen Businessverteiler ein:




Türkis-Grüne Koalition geht an die Arbeit! Was bedeutet das für Online-Unternehmer?

Ungefähre Lesezeit: 5 Minuten

Das österreichische Regierungsprogramm aus der Sicht der digitalen Wirtschaft.

Auf meinem letzten Kurzstreckenflug (der übrigens demnächst wohl teurer werden wird…) nahm ich mir die knappen drei Stunden Zeit, dass Regierungsprogramm der neuen österreichischen Türkis-Grünen Regierung zu lesen. Nein, nicht komplett (dafür hätte ich angesichts des Umfanges wohl eher Langstrecke nach Australien fliegen müssen), aber zumindest habe ich mir die entscheidenden Punkte rausgepickt, die für Online-Unternehmer wohl am wichtigsten sind. Solltest du zu den zahlreichen aus Deutschland stammenden Lesern zählen, darfst du aber nicht glauben, dass dieser Artikel unwichtig für dich wäre. Denn ich prognostiziere schon mal vorbeugend, dass bei einem Gelingen dieses Konservativ-Progressiven Experiments auf Bundesebene, andere Länder nachfolgen werden. Ob das gut oder schlecht ist (und vorallem für wen), wird man sehen. Wissen kann es derzeit niemand genau.

Türki Grün startet in die Regierung
Das Wiener Parlament

Eines der umfangreichsten Regierungsprogramme die es je gab.

Ganze 326 Seiten umfasst das Regierungsprogramm der ÖVP-Grün Koalition. Zum Vergleich: ÖVP-FPÖ brachten es bei ihrem letzten (gescheiterten) Regierungsprogramm auf 182 Seiten. Wenn die Verhandlungen auch ungewöhnlich lang dauerten, kann man ihnen zumindest nicht vorwerfen, dass sie untätig waren… Wer es nicht glaubt, der möge einfach mal selbst nachlesen: Zum kompletten Regierungsprogramm

Die Ziele, die sich Türkis-Grün gesteckt haben, sind sehr ambitioniert, vorallem aber handelt es sich bei vielen Punkten noch nicht um konkrete Pläne, sondern um reine Absichtserklärungen. (Beispiele folgen). Wie einzelne Vorhaben finanziert werden sollen, geht aus dem Programm noch nicht detailiert hervor. Die Erhöhung der Flugpreise durch einen CO2 Zuschlag bei Kurz- und Mittelstrecken, wird wohl nur das i-Tüpfelchen sein. Weiters lässt sich aus einer bestimmten Formulierung im Programm interpretieren, dass wohl die Tabaksteuer angehoben werden soll, was mit der nachhaltigen Finanzierung der Trafikanten argumentiert wird.

Türkis-Grün? Wird das gutgehen?

Ich zähle bzw zählte ja bekanntlich ebenfalls zu den Skeptikern so einer Koalition, zumindest wäre es für mich vor wenigen Monaten noch die unwahrscheinlichste aller Varianten gewesen. In vielen Punkten wie beispielsweise Migration oder auch Klimaschutz lag man zu weit auseinander. Liest man sich das Programm zum ersteren Punkt nun durch, hat sich jedoch kaum etwas zum Programm von ÖVP-FPÖ geändert. Die verzweifelten Versuche der FPÖ, hier einen Linksruck zu prognostizieren, sind wirklich mehr als lächerlich und werden noch lächerlicher, wenn man sich anssieht, was ÖVP und Grün noch in anderen wichtigen Feldern alles vorhaben. Wobei: Vorhaben kann man ja viel. An den Taten wird man sie messen…

Erleichterungen für EPUs & KMUs

Beim Großteil aller Unternehmer, welche im Internet (zb über Affiliate Marketing oder Online Shops, Amazon FBA usw) ihr Geld erwirtschaften, handelt es sich um EPU`s, also sogenannte Ein-Personen Unternehmen oder Klein- und Mittelständische Unternehmen. Genau für diese Unternehmensgruppen plant die neue Bundesregierung eine massive Entlastung durch Entbürokratisierung, Steuererleichterungen und eine Erhöhung der Rechtssicherheit.

Ein paar konkrete Beispiele, die geplant sind:

  • Senkung des GmbH Mindest-Stammkapitals auf 10.000 EUR
  • Leichtere Absetzbarkeit von Arbeitszimmern, durch Anpassung an die heutige Arbeitswelt.
  • Erhöhung der Freigrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) auf 1.000 Euro
  • Reduzierung der ersten, zweiten und dritten Stufe des Einkommenssteuertarifs. Konkret ist geplant: Reduzierung von 25% auf 20%, von 35% auf 30% und von 42% auf 40%

Dies ist nur ein kleiner Auszug!

Cashcow - Alle Fragen und Antworten zum beliebten Kurs!


Schwerpunkt Digitalisierung

Interessant für alle die Online ihren Lebensunterhalt bestreiten, lesen sich die Vorhaben im Bereich der Digitalisierung. Ich greife hier mal die für mich herausstechendsten Punkte heraus.

Breitbandversorgung:

Ausbau der 5G -Vorreiterrolle im EU Raum, unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich „Gesundheit“.

Ziel für 2030: Flächendeckende Versorgung mit festen und mobilen Gigabit-Anschlüssen (Vermeidung einer digitalen Kluft zwischen Stadt und Land)

Staatliche „digitale Verwaltung“

Hier sticht vorallem der Punkt mit der geplanten „Österreich Cloud“ für mich heraus. Herr und Frau Österreicher, sollen hier ihre Dateien/Daten in diese staatliche Cloud hochladen können (ob kostenlos oder nicht geht nicht klar aus dem Programm hervor). Ob dieser Plan aufgeht, wird wohl davon abhängen, welches Vertrauen die Nutzer in so eine staatliche Cloud haben werden. Mit Sicherheit handelt es sich hierbei auch um ein kostspieliges Vorhaben, dessen Finanzierung nicht ganz klar ist. Was mich angeht, stehe ich Clouds grundsätzlich erst mal skeptisch gegenüber und versuche eine Nutzung von Clouds die über Privatunternehmen zur Verfügung gestellt werden, tunlichst zu vermeiden. Einer staatlichen Cloud zu trauen, setzt jedenfalls höhere Sicherheitsstandards und technisches Knowhow voraus, als es derzeit bei so manchen Rechenzentren des Bundes gegeben ist. Stichwort: Schulserver (Kleiner Insider *räusper*).

Thema Datenschutz

Weiters heißt es im Regierungsprogramm:

„Die Datenschutzbehörde wird mit den erforderlichen finanziellen, personellen und materiellen Mitteln ausgestattet, um ihre Aufgaben vollumfänglich wahrnehmen können (in Einklang mit bestehenden europäischen Verpflichtungen). „

Jetzt kann man von der DSGVO halten was man will. Aber wenn eine Behörde für ganz Österreich zuständig ist und mit gerade mal 29 Personen über die Runden kommen muss (das ist zumindest mein derzeitiger Informationsstand) dann ist es nur logisch, dass so eine Absichtserklärung im Programm stehen muss. (Ob sie dann umgesetzt wird und wieviel Geld man für das Thema bereit ist zu investieren, ist ein anderes Kapitel und wird auch nirgendwo im Programm detailiert beschrieben)

Urheberrechts-Richtslinie Art 17. vormals Art. 13

Zur heftig kritisierten Urheberrechts-Richtlinie findet das Papier nur eine sehr allgemeine Beschreibung:

„Bei der nationalen Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie ist der Schutz der Privatsphäre zu gewährleisten und mit den Rechten der Urheberinnen und Urheber in Einklang zu bringen. Dies insbesondere im Zusammenhang mit Überprüfungen nutzergenerierter Inhalte (Upload-Filter). Evaluierung
des Umgangs mit urheberrechtsverletzenden Websites“

Was „Evaluierung des Umgangs mit urheberrechtsverletztenden Seiten“ in der Praxis bedeutet, kann aus nationaler Sicht noch lustig werden, wenn man bedenkt, dass der größte Teil, dieser „urheberrechtsverletztenden Seiten“ von außerhalb des EU Raumes betrieben werden…

Blockchain und Kryptowährungen

Dazu heißt es:

„Schaffung einer vorausschauenden österreichischen Positionierung zur Förderung, Anwendung und Regulierung der Blockchain-Technologie und ihrer unterschiedlichen Anwendungen (z.B. Kryptowährungen). Unter Miteinbeziehung relevanter Stakeholder in Politik (z.B. Finanzministerium, Wirtschaftsministerium, Infrastrukturund Technologieressort) und Forschung. Einsatz auf EU-Ebene, um Österreichs Beitrag zu Europas Blockchain-Strategie sicherzustellen (in Anwendung und Regulierung)“

Das Thema „Blockchain“ ist nun zumindest am Papier existent. Ob und wie es in der Praxis umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Man darf auch gespannt sein, welche Fachleute man sich dazu ins Boot holt.


Fazit:

Die oben beschriebenen Punkte stellen nur eine kleine Zusammenfassung dar, die ich aus Sicht eines Online-Unternehmers für relevant halte. Insgesamt handelt es sich jedenfalls um ein sehr ambitioniertes Programm, das einen Spagat zwischen konservativen Haltungen und grünen Visionen schaffen möchte.

Ist das Programm besonders „links lastig“, wie es die vom Wähler abgestrafte rechte FPÖ behauptet? Nein, meiner Ansicht nach nicht. Jedenfalls hatten wir in Österreich bekanntlich schon mal eine SPÖ Alleinregierung und von dieser Art einer „Linkspolitik“ sind wir hier meilenweit entfernt. Lässt das Programm eine grundsätzlich unternehmerfreundliche Haltung erkennen? Meiner Ansicht nach, ja. Wo wird es voraussichtlich Nachteile zu erwarten geben? Mit Sicherheit wird es da und dort auch Verlierer geben, denn von irgendwoher muss das Geld schließlich kommen. Die Steuererhöhung auf Kurz- und Mittelflugstrecken wird mit Sicherheit nicht die einzige CO2 Abgabe sein. Natürlich wird es auch die Autofahrer treffen.

Im Bereich Justiz kann man im Regierungsprogramm auch herauslesen, dass in einzelnen Bereichen Strafverschärfungen vorgesehen sind. Dies betrifft zb auch den Punkt „Verbreitung von Hassbotschaften im Netz“. Persönliche Meinung: Nichts dagegen! Womöglich wird man sich das eine oder andere auch über höhere Bußgelder finanzieren, aber das ist jetzt vielleicht schon etwas zu spekulativ…

Man sollte jedenfalls die Kirche im Dorf lassen und die nächsten Monate genau beobachten, wie sich diese Regierung bei der Umsetzung ihrer ambitionierten Pläne tut. Ich selbst bin jetzt zwar kein energischer Vertreter der grünen Fraktion, aber jede demokratisch gewählte Konstellation sollte eine faire Chance bekommen. Und die hat sie nach der Abwahl der korrupten FPÖ-Mannschaft absolut verdient.


Hol dein Geld zurück! Welche Möglichkeiten du als Opfer von Internet-Scams hast.

Ungefähre Lesezeit: 8 Minuten

Vorgehensweise für geschädigte Investoren anhand des Beispiels Skyway Capital

Wer mich und meinen YouTube Kanal schon länger verfolgt, der weiß, dass ich mich (selten aber doch) auch den schwarzen Schafen der Branche widme. Und dabei spreche ich weniger von Affiliatemarketing (wobei es auch dort schwarze Schafe gibt), sondern hauptsächlich von typischen Networkmarketing-Scams, welche insbesondere die Facebook-Gruppen derzeit überschwemmen.

Warum ist mir das so wichtig?

Um ganz ehrlich zu sein: Ich bin nicht der Einzige, der von diesen haarsträubend grenzdebilen Scams die Nase voll hat. Sie werfen letztendlich auch ein negatives Bild auf Onlinemarketing im Allgemeinen und bringen oftmals eine ganze Branche zu Unrecht in Verruf. Und auch wenn ich selbst mit klassischem Networkmarketing eher wenig bis nichts zu tun habe, gibt es selbstverständlich auch in diesem Bereich ehrlich agierende Firmen, die sich so etwas nicht verdient haben.

Beispiel Skyway Capital

Es scheint kein „In-Thema“ mehr zu sein, da in unseren Breitengraden kaum jemand mehr darüber spricht. Trotzdem hat es nach wie vor noch seine Gültigkeit, insbesondere dann, wenn du Geld dort investiert haben solltest. Die Rede ist von „Skyway Capital“ einem „Seilbahn-Scam“ aus Russland, über den ich schon mal vor längerer Zeit auf YouTube berichtet habe.

Mein damaliges Video hat ja zu ziemlich kindlichen Auseinandersetzungen mit einzelnen süß-naiv bis kriminell agierenden Vertriebspartnern von Skyway Capital geführt. (siehe screenshot Beispiel)

Skyway Capital Scammer, voll in Fahrt.. :-) Ungefähr 25 derartiger Einträge, haben sich in meinem YouTube Kanal angesammelt. alle wurden gesichert...
Kultiviert, gebildet, ausgeglichen… 😉 Typischer Kommentar eines Skyway-Scammers halt 😀

Bedauerlicherweise, konnte jedoch nicht ein einziger Kritikpunkt widerlegt werden… Stattdessen versuchen sich einzelne auf Youtube agierende „Skyway-Scam-Fakes“ darin, unter dem ziemlich lächerlichen Hinweis auf „rechtliche Probleme“ Panik bei den Kritikern zu verbreiten… 😀 Was ihnen wohl nicht so recht gelingen dürfte, zumal nach kurzer Intervention bereits drei solcher Profile von YouTube kurzerhand elemeniert wurden… 😉 Auch der Hinweis darauf, dass „in Dubai ja jetzt gebaut wird“, lässt mittlerweile nicht nur Kritiker, sondern auch Investoren den Kopf schütteln, wenn man sich mal die „Bau-Fortschritte“ nach über einem dreiviertel Jahr so ansieht. Auch in Bezug auf die Tatsache, dass sich kürzlich herausstellte, dass so ziemlich jeder Vollspast dort Bauland relativ günstig erwerben kann: https://srtip.ae/our-offerings/ Nein, so ein Zufall…

Auch andere große Internetmagazine wie beispielsweise Geldthemen, oder auch Allmystery, berichteten ausführlich über das perfide Vorgehen von Skyway Capital, welche mit Hilfe von „Affiliates“ vorallem in Facebookgruppen zahlreiche Investoren geworben haben.

FAKT ist aber nun mal, dass Skyway Capital auch anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung meines Videos, wie erwartet genau NULL Aufträge vorzuweisen hat. Dies scheint auch nun immer mehr ehemaligen Anlegern klar zu werden, welche mich im Laufe der letzten Wochen kontaktierten. Die Kontaktaufnahmen erfolgten auch deshalb, da die Bewerbung von Skyway Capital nunmehr auch offiziell innerhalb Deutschlands von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungaufsicht bei Strafe untersagt wurde. (Rechtsgültiger Bescheid von Juli 2019) Link siehe hier <<

Eine Kernfrage vieler Investoren lautet nun: WAS TUN, wenn all die Vorwürfe, zb. dass es hier ausschließlich nur ums „Geld einsammeln“ ging, tatsächlich stimmen und nie ein Börsengang stattfinden wird? (Ich kann euch übrigens versichern, dass dies genau so der Fall ist… Bitte an alle Zweifler meiner Worte: Druckt euch das aus und hängt es euch über`s Bett, damit ihr es auch noch Jahre später gut lesen könnt!!!)

Wie bekommt man dann, von Skyway Capital sein Geld zurück?

Die Antwort lautet kurz und knapp: GAR NICHT! Zumindest nicht von Skyway Capital… Und diese Antwort gilt prinzipiell für alle Firmen dieser Art.

Und trotzdem gibt es einen Weg. Und der ist sogar erfolgserprobt und es gibt zahlreiche Gerichtsurteile in jüngster Vergangenheit dazu.

Worauf sollte sich nun deine Absicht, dein investiertes Geld wieder zurückzufordern, begründen?

Dies kann zum einen durch vorsätzliche Fehlberatung bzw Falschaussagen der Werber/Vertriebspartner begründet werden (zu Skyway Capital und vielen Token-Scams gibt es hier zahlreiche gerichtlich verwertbare Aussagen der Vermittler in Form von Postings aber auch Videos), aber soweit müssten wir übrigens gar nicht gehen… Es reicht im Falle von Skyway Capital schon aus, auf die nicht vorhandenen bzw eingereichten Prospekte bei den Finanzmarktaufsichten hinzuweisen, welche die Illegalität der Finanzanlage beweisen. Dadurch wird auch die Vermittlung des Geschäftes als solches (auch rückwirkend) illegal (war es eigentlich schon vor der BaFin Sperre, aufgrund fehlender Prospekte) und damit nach unserer Rechtslage hinfällig.

Vermittlerargument: Aber ich habe doch nur „empfohlen“ und nicht „vermittelt“.

Auch hier gibt es Gerichtsurteile (zb aus dem Jahr 2016) welche eindeutig die Rolle des Vermittlers bei Finanzdienstleistungsprodukten (und genau so wird ein Investment in Skyway Capital von den Finanzmarktaufsichten klassiifiziert) festlegen und eine Mithaftung klar gestellt haben. Ein Vermittler kann sich also wohl kaum, ausschließlich auf die harmlose Rolle eines „Empfehlers“ stützen.

Dazu muss man auch hinzufügen, dass viele „Vermittler“ teilweise selbst als „Investoren“ Geld in das jeweilige System gepumpt haben,  was ihre Rolle aber um keinen Deut glaubwürdiger macht…

Vorgehensweise, um dein investiertes Kapitel zurückzubekommen:

Skyway Capital ist natürlich nur eines von vielen Beispielen. Aktuell gibt es zahlreiche Token-Scams wie beispielsweise Cloudtoken, Plustoken (mittlerweile als Exitscam geendet), aber auch viele andere auf Networkmarketingbasis aufgebaute Scams, die vorallem via Facebook durch Vermittler aus dem deutschsprachigen Raum beworben werden. Vorweg: Wichtig für dich ist, dass du von demjenigen, der dich für das Geschäft angeworben hat, eine LADEFÄHIGE ANSCHRIFT, bevorzugt im D-A-CH Raum, oder zumindest innerhalb der EU besitzt! Das Skyway Capital seitens der Finanzmarktaufsichten derzeit in Österreich und der Schweiz (noch) nicht zur Bewerbung offiziell gesperrt ist, tut übrigens nichts zur Sache. Das offizielle Bewerbungsverbot in Deutschland ist lediglich eine Bestätigung von offizieller Seite, dass die Bewerbung des Produktes verboten ist. Illegal ist es bei nicht eingereichtem Prospekt so, oder so.

Schritt 1: Zunächst musst du (einfach für`s`spätere Protokoll) versuchen, mittels eines offiziellen Schreibens an die jeweilige Firma (eben zb Skyway Capital) dein investiertes Geld zurückzuholen. Dies wird natürlich unter Hinweis auf AGB, oder andere Ausreden (welche für dich. als Investor innerhalb der europäischen Union übrigens irrelevant sind) seitens der Firma zurückgewiesen werden. Keine dieser Firmen, wird dein investiertes Geld, einfach so wieder rausrücken… Believe me, or not 😉

Ein wichtiges Detail ist auch noch hervorzuheben, wenn es um die Investition in Tokens bzw Kryptowährungen geht. Hierbei handelt es sich um einen unregulierten Markt, der nicht in die Zuständigkeit der Finanzmarktaufsichten fällt. Eine Ausnahme stellt hier allerdings Österreich dar. Hier gab es kürzlich eine Gesetzesänderung, wonach Geschäfte mit Kryptowährungen sehr wohl der Auffsicht der FMA unterstellt sind! Solltest du also in Österreich leben und Opfer eines Krypto/Token-Scams geworden sein, kannst du die folgenden Schritte sowohl über die FMA als auch über die Staatsanwaltschaft, oder eben auf dem zivilrechtlichen Wege vollziehen.

Schritt 2: Erstatte gegen den Vermittler des Investments Anzeige. Dies kann entweder (übrigens unkomplizierter als du denkst) bei der nächstgelegenen Polizeiwache, oder auch durch das direkte Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erfolgen.

Was ist der Unterschied bei den beiden Methoden? Wann geht man zur Staatsanwaltschaft und wann zur Polizei?

Bei der Staatsanwaltschaft direkt solltest du dann Anzeige erstatten, wenn du vorhast, parallel zivilrechtlich gegen den Beklagten vorzugehen! Für diesen Fall benötigst du nämlich das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft und nicht jenes der Polizeidienststelle! Weiters ist zu berücksichtigen, dass der Bearbeitungsweg über die Polizei oftmals um einige Wochen länger dauern kann.

Solltest du keinen zivilrechtlichen Weg einschlagen wollen, dann reicht eine Anzeige bei der Polizei aus.

Apropos zivilrechtlicher Weg: Um deine Ansprüche geltend zu machen, wird dir genau dieser Weg auf kurz oder lang nicht erspart bleiben. Selbst wenn du ein vom Staatsanwalt angestrengtes Verfahren vom Ausgang her abwartest und erst nach einer Verurteilung dich als einer der Geschädigten in einen Zivilprozess gegen den Beklagten reinhängst, so gehst du damit ein Risiko ein. Und zwar jenes, dass beim Beklagten, aufgrund anderer zivilrechtlicher Forderungen nichts mehr zu holen sein wird, da die Regressforderungen seine Zahlungsmöglichkeiten überschreiten… Es ist also auch der Zeitpunkt entscheidend, wann du zivilrechtliche Ansprüche anmeldest! Dies sollte möglichst früh geschehen, denn wer zuerst kommt malt zuerst. Und „Millionäre“ gehen aus solchen Systemen bei den Vermittlern zumeist keine hervor, im Gegenteil: Eher arme Würstchen… 😉

Nun schrecken viele bei der Wortkombination „zivilrechtlicher Weg“ jedoch zurück, weil sie denken, dass dies mit enormen Anwaltskosten verbunden ist, die rasch fällig werden. Nun habe ich als Firmeninhaber mit einem Rundum-Rechtsschutzversicherungspaket natürlich leicht reden, aber Tatsache ist, dass bei derartig klar gelagerten Fällen, etwaige Anwaltskosten (die letztendlich vom Beklagten getragen werden) im Regelfall nicht ins Gewicht fallen, bzw gar nicht erst dem Kläger verrechnet werden. Zumindest war es (schon vor meinen Rechtsschutzversicherungszeiten) in all meinen von mir angestrengten Zivilverfahren so, dass ich niemals auch nur einen Cent an Vorleistung gegenüber einem Anwalt erbringen musste und sich dieser sein Honorar stets vom (erfolgreich) Beklagten bezahlen lies. Abzuklären wäre also nur die Vorgehensweise für den Fall, dass beim Beklagten finanziell nichts mehr zu holen ist (zb aufgrund eines Privatkonkurses), aber da sind wir wieder beim Thema „der richtige Zeitpunkt“. Wer zu lange zögert, fällt um seine Forderungen um!

Was ist bei der Strafanzeige selbst zu beachten:

Grundsätzlich muss man bei der Formulierung einer Anzeige gegen einen Scam-Vermittler natürlich darauf achten, dass die dort beschriebenen Anschuldigungen/Beschreibungen auch Fakten beinhalten, die nicht nur ethisch/moralisch sondern natürlich auch juristisch relevant sein sollten! Auch sollten die Anschuldigungen durch Beweise untermauerbar sein und nicht bloß auf Indizien beruhen. Ein weiterer sehr wichtiger Tipp: Auch wenn du noch so sehr von der Schuld eines Scam-Vermittlers überzeugt bist: Betrachte eine Strafanzeige bei einer Behörde nie ausschließlich aus deiner subjektiven Sicht und formuliere die Anzeige niemals als Schuldzuweisung gegenüber dem Angeklagten! Lasse stattdessen die Behörde den Sachverhalt auf die jeweiligen Paragraphen, welche dem Angeklagten zur Last gelegt werden sollen, hin ÜBERPRÜFEN! Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied! Es impliziert zum einen eine gewünschte Kooperation/Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, im übrigen bringst du dich im Falle von ungerechtfertigten Vorwürfen (moralisches Recht ist bekanntlich nicht das selbe wie juristisches Recht)  aus der Schußlinie. Denn eine „Überprüfung“ impliziert noch nicht zwangsläufig, dass es dann auch so zwingend sein muss… Dies gilt insbesondere dann, wenn Offizialdelikte überprüft werden müssen.

Um welche Paragraphen geht es eigentlich in solchen Fällen?

Nun, als Österreicher könnte/sollte ich jetzt eigentlich aus dem österreichischen Strafgesetzbuch zitieren, aber nachdem der Großteil meiner Leser aus Deutschland stammt, bemühe ich mal das Deutsche 😉

Relevant KÖNNTEN u.a. folgende Paragraphen (je nach Sachlage) sein (Aufzählung nur beispielhaft und gewiss nicht vollständig):

Teilnahme an illegalen Schneeballsystemen §16 Abs. 2, Kapitalanlagebetrug § 264a Schwerer Betrug §263 Abs. 3. bandenmäßiger Betrug § 263 Abs. 5

Wie lange kann sich das gesamte Verfahren ziehen, bis zu dem Zeitpunkt, wo das eingesetzte Kapital wieder vom Vermittler zurückbezahlt wurde?

Oh, das kann dauern! 😉 Es hängt u.a. davon ab, ob es bei einem erstinstanzlichen Urteil bleibt (bzw es zu einem solchen kommt – was aber sehr wahrscheinlich ist, sofern sich die Vorwürfe beweisen lassen) oder ob die Gegenseite Rechtsmittel dagegen einlegt, oder andere Umstände eintreten, wie eben zb Zahlungsunfähigkeit des Beklagten/Privatkonkurs, Auslandsflucht etc. etc. . Mit min. einem Jahr sollte man schon rechnen. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Aber sie mahlen…

Warum sollte man als Geschädigter überhaupt handeln?

Weil es dein gutes Recht ist! Und weil es nicht nur um dich geht, sondern generell um tausende Geschädigte, die durch falsche Anlageversprechen oder vorsätzlichen Betrug um ihr Geld gebracht wurden.

Wann sollte ich KEINE Anzeige erstatten, bzw lieber nicht entsprechend agieren?

Da gibt es eigentlich nur einen einzigen Grund: Wenn du selbst, nicht nur Investor warst, sondern auch tatsächlich als Vermittler aufgetreten bist und andere Personen zu einem Invest überredet hast, welches dann auch getätigt wurde. Dann könntest du selbstverständlich genauso haftbar gemacht werden und solltest abwägen, ob eine Anzeige Sinn macht. Es hängt dann wohl auch von der Höhe der von dir getätigten Investition ab. Im Regelfall ist dies aber auch noch aus einem anderen Grund eine Abwägungssache. Denn für einen Staatsanwalt kann es durchaus einen Unterschied machen, ob du beispielsweise lediglich eine Person zu einem Investment überredet hast, oder ob es um eine Anklage gegen einen Vermittler geht, dem eine große Downline mit hunderten Geschädigten nachgewiesen werden kann.

Allgemeine Erfolgsaussichten?

Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Punkte und in Rücksprache mit meinem „Lieblingsjuristen“ ;-): SEHR HOCH! Alleine schon deshalb, weil es entsprechende rechtsgültige Urteile aus der jüngsten Vergangenheit gibt. Bei Vermittlern mit großer Downline, ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass es bereits ein Aktenzeichen gibt. Zusätzliche Strafanzeigen werden dann unter dem bereits angelegten Aktenzeichen geführt.

Was kann ich generell tun, um als Affiliate oder auch Investor nicht an die falschen Firmen zu geraten?

Wenn man sich mal mit den falschen Anbietern ins selbe Boot gesetzt hat, ist es meist schon zu spät, aber besser wäre es natürlich, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Grundsätzlich ist bei ALLEN Finanzprodukten (und dazu zählt sehr wohl auch das Token-Business) äußerste Skepsis angebracht, wenn die Produkte durch MLM bzw Network- oder Affiliatemarketing vertrieben werden sollen. Unter bestimmten Umständen, kann auch der Besitz einer Lizenz zum Vertrieb von Finanzprodukten (in Deutschland 34C) erforderlich sein. Nämlich dann, wenn es sich aus Sicht der jeweiligen Finanzmarktaufsicht um ein genehmigungspflichtiges Produkt handelt, welches die Verpflichtung zur Prospekthinterlegung beinhaltet. So wie das eben bei Skyway Capital auch der Fall war und ist…

Weitere Indizien sind dann noch ein verschleiertes Impressum auf den jeweiligen Webseiten, oder die Firma (sofern es eine gibt) residiert außerhalb der europäischen Union, was einen rechtlichen Zugriff nahezu verunmöglicht.

Zu guter Letzt: Vertraue nicht bloß auf Aussagen, Statements oder Videos. Wir schreiben das Jahr 2019. Und es gibt viele Möglichkeiten Dinge zu manipulieren. Das prinzipiell interessante Geschäftsmodell des Affiliatemarketings wird von genau diesen Firmen zur viralen Verbreitung ihrer Lügengeschichten mißbraucht. Dessen solltest du dir immer bewusst sein! Sowohl als Investor, als auch als Affiliate!

Eine imposante Auflistung von Scams, sowie viele Backgroundinformationen dazu, findest du übrigens auch in der Facebook-Gruppe SCAMARMY

Skyway Capital und seine toten Investoren...
Alexander Lebed. Ein angeblicher „Groß-Investor“ von Skyway Capital. Das Problem: Der Mann ist seit 17 Jahren verstorben…

100 Tage DSGVO – Was blieb vom Schrecken? Neue Zahlen der Datenschutzbehörden.

Ungefähre Lesezeit: 7 Minuten

Überforderte Datenschutzbehörden, Panikmache und ein unpraktikables Internet

Die Panik war groß, nur wenige Wochen vor der endgültigen Inkraftsetzung der Datenschutzgrundverordnung. Erst rund ein bis zwei Monate vor dem Stichtag am 25.05, sind die meisten Unternehmen aus ihrem Tiefschlaf erwacht und sahen sich plötzlich mit Anforderungen konfrontiert, die selbst heute noch von den meisten Unternehmen nicht erfüllt werden. Zumindest besagt dies eine aktuelle, aus Deutschland stammende  Umfrage unter Klein- und Mittelbetrieben, wonach vier von fünf Unternehmen derzeit die DSGVO noch nicht zu 100 % erfüllen.

Was heißt das eigentlich: „Die DSGVO zu 100 % erfüllen“?

Nun, so genau scheint das niemand zu wissen und ich verweise an dieser Stelle auf eine vor ca. zwei Monaten getätigte Aussage, eines Vertreters einer deutschen Datenschutzbehörde, welcher meinte, dass aktuell „kein einziges Unternehmen die Anforderungen der DSGVO 100 % konform erfüllt“.

Dies liegt nicht nur an den fehlenden Gerichtsurteilen, zu der in vielen Punkten sehr frei interpretierbaren Verordnung, sondern lässt sich auch anhand von unterschiedlichen Auffassungen in der Praxis schön verdeutlichen.

So setzen sowohl die Datenschutzbehörde des Bundeslandes Niedersachsen als auch die Behörde von Sachsen-Anhalt das Statisitk Plugin „Matomoto“ auf ihren Webseiten ein. Während die niedersächsische Datenschutzbehörde dem surfenden User für das gesetzte Cookie ein „Opt Out“ zum anklicken anbietet, setzt Sachsen Anhalt auf ein „Opt In“. Wenn es schon die Datenschutzbehörde selbst nicht weiß, woher soll es dann der kleine Unternehmer von nebenan wissen?

Wollen wir das wirklich so?
100 Tage DSGVO – und immer mehr nervige Cookie-Banner

Zu diesem Bild passen auch die vielen unterschiedlichen Datenschutzgeneratoren im Netz. Diese vertreten zwar inhaltlich sehr unterschiedliche Auffassungen, wie so eine Erklärung auszusehen hat. Gemeinsam haben sie aber jedenfalls eines: Das Ergebnis sind Datenschutzerklärungen von der gefühlten Länge eines Schmökers wie „Doktor Schiwago“, nur halt nicht ganz so spannend zu lesen. Es sei denn, man will sich Details für seine eigene Datenschutzerklärung abschauen und kopieren, oder aber ist von Berufswegen her Abmahnanwalt… Den überwiegenden Teil der User, wird diese nun erzwungene sehr ausgeprägte Transparenz auf den Webseiten wohl eher wenig interessieren.

Apropos Abmahnanwälte: Wie ich schon vor einigen Monaten vermutete, blieben große Abmahnwellen zwar weitgehend aus. Aber von „Einzelfällen“ würde ich aus meiner Sicht trotzdem nicht sprechen, denn dafür sind mir zuviel persönlich Betroffene bekannt. Die von einigen windigen Abzockanwälten gestarteten Versuche, beschränkten sich jedenfalls wieder mal nur auf Deutschland, wo eine in diesen Belangen offenbar wirklich unfähige Regierung, nicht und nicht imstande ist, endlich mal SICHERHEITEN für Unternehmer zu schaffen. Von der Sicht eines Wählers aus betrachtet bin ich in diesen Tagen froh Österreicher zu sein. Nicht nur, weil es einige (teilweise sinnvolle) Anpassungen der DSGVO in Österreich gegeben hat. Sondern weil wir hierzulande zwei Mitte-Rechts Parteien an der Regierungsspitze haben, die ich zwar in vielen Punkten gerne kritisiere, die sich allerdings gegen die Übererfüllung von EU- Verordnungen auf nationaler Ebene querlegen. (Man nennt dies im Fachjargon auch „Goldplatting“). Auch von Seiten der NEOs (eine Art „Österreichische Schwesterpartei der FDP)  kamen durchaus Unternehmerfreundliche Ansätze – auch wenn ich mir hier etwas mehr Kritik erwartet hätte. Als deutscher Wahlberechtigter, hätte ich`s da schon nicht mehr ganz so leicht. Die einzige Partei in Deutschland, die sich glaubwürdig gegen das Bürokratiemonster der Datenschutzgrundverordnung stemmt, ist die AFD. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie (leider) auch dadurch bei vielen bisherigen CDU wählenden Wirtschaftstreibenden punkten wird. Denn weder hat die an der Regierungsspitze stehende Frau Merkel sich auch nur einen Deut für eine realistische Auslegung der Verordnung eingesetzt, noch hat sie ihren grünen Beauftragten Albrecht (seines Zeichens zu einem maßgeblichen Teil für das Verabschieden dieses Irrsinns verantwortlich) zurückgepfiffen. Das kommt davon, wenn man ständig nur reagiert (und dann auch oft zu spät), aber eben nicht agiert – im besten Fall eben rechtzeitig. Eigentlich hasse ich es zu politisieren, aber das musste auch mal gesagt werden.

Nun kann man freilich nicht behaupten, dass keine Notwendigkeit einer Datenschutzreform auf EU Ebene bestanden hätte. Die Frage ist nur: Was kann eigentlich mein Installateur ums Eck dafür? Was können tausende Vereinsvorstände dafür? Was zig tausende einfache, zumeist freiberuflich tätige Webseitenbetreiber, die nebenher über das Internet Geld verdienen? (Was heute bekanntlich sehr schnell und einfach machbar ist). All diese Leute, haben nun exakt die selben bürokratischen Hürden zu bewältigen, wie Großkonzerne wie Facebook oder Google. Die jedoch können sich`s mit einer Armada von Anwälten richten. Und so wie es derzeit aussieht, legen sie die Regeln der DSGVO auch außerordentlich großzügig aus… Das wiederum rief um exakt 01.26h des 25.05.2018 den Datenschutz-Aktivisten Max Schrems (Noyb) auf den Plan, welcher als erster Österreicher nach in Kraft treten der DSGVO eine Anzeige bei der österreichischen Datenschutzbehörde gegen Facebook, WhatsApp und Instagram platzierte.

Seit dem 25.5 sind bei der österreichischen Datenschutzbehörde, laut Auskunft eines hochrangigen Mitarbeiters 721 Beschwerden, davon 473 aus dem Inland und 248 grenzüberschreitend, eingegangen. Weiters gingen 252 Meldungen über die Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten ein. Aktuell laufen 115 Verwaltungsstrafverfahren. Bußgelder hat es (so wie übrigens auch in Deutschland) keine gegeben. Das ist der Stand mit 02.September 2018, 100 Tage nach Inkrafttreten der DSGVO, aus der Sicht der Datenschutzbehörden. Was den Personalstand der österreichischen Datenschutzbehörde angeht, soll es nach mir vorliegenden Informationen ziemlich bitter aussehen. Ursprünglich war im April dieses Jahres noch von einer Aufstockung von 16 Mitarbeitern die Rede. Tatsächlich wurden (netto) ganze drei neue Planstellen besetzt…

Und wie sieht die Sache aus der Sicht der Konsumenten aus?

Vor allem macht sich die DSGVO im täglichen Umgang mit dem Internet bemerkbar. Nervige Cookiebanner, deren Text man kaum mehr bewusst liest, Hauptsache der Störfaktor wird möglichst schnell aus dem Sichtfeld weggeklickt. Und wie siehts mit dem Spamaufkommen aus? Tendenz steigend, nur das die Server der Absender halt jetzt vermehrt im EU Ausland stehen. Auch ansonsten hört man aus dem privaten Umfeld primär negatives. Gesichter von Kindern, werden auf Fotos einer Kindergartenveranstaltung geschwärzt, aus Angst vor der DSGVO. Das dieses gerne zum Clickbaiting mißbrauchte Ereignis, wohl eher in den Bereich der DSGVO-Panikmache fällt, versteht sich von selbst. Aber fairerweise muss man auch sagen: Nicht alles was unter „Panikmache“ eingereiht wurde, war dann auch eine solche. Vielmehr ist es bittere Realität das auch tausende Webseiten, Foren und private Blogs ihre Internetpräsenz eingestellt haben, weil die Webseitenbetreiber sich dem Druck der DSGVO nicht stellen konnten. Oder wollten. Dies hat aber auch damit zu tun, dass keiner der verantwortlichen EU-Politiker ihr Vorhaben klar und deutlich nach außen hin kommunizierte. Es fand schlichtweg keine Information darüber statt und genau aus diesem Grund setzte auch erst unmittelbar vor dem Stichtag 25.05 die große Panik bei den meisten Unternehmen ein.  Am großartigsten waren aber die Klugscheisser in diversen Foren und Facebookgruppen, die uns dann darüber belehren wollten, dass man ja „eh zwei Jahre Vorbereitungszeit hatte“. Abgesehen davon, dass keine massenwirksame Kommunikation und Aufkärung seitens der verantwortlichen EU Parlamentarier stattgefunden hat, scheinen diese neunmalklugen Wichtigtuer auch noch andere Dinge übersehen zu haben. Zum Beispiel, dass es bis vor kurzen mit den meisten Firmen noch gar keine Möglichkeit gab Auftragsverarbeitungsverträge abzuschließen. Die Anpassungen passierten hier teilweise buchstäblich in letzter Minute.

Und dann hatte ich mit einem Freund vor einigen Wochen noch ein Erlebnis der bemerkenswerten Art. Dieser hat nichts anderes gemacht, als sein Auto anzumelden und durfte die daraufhin erfolgte, auf Papier ausgedruckte, ca. 10 seitige Datenschutzerklärung unterzeichnen. (10 Seiten klingt vielleicht nicht viel, aber lesen sie das mal!) Das er sich den Roman nicht angetan hat, darf nicht weiter verwundern. Aber zumindest wurde uns klar, dass für diese „noble Idee“ eines EU weiten „funktionierenden“ Datenschutzes, eine Menge Bäume dran glauben mussten… Ob das so im Sinne des aus der grünen Partei stammenden, „geistigen Vaters“ der DSGVO war? Ich wage es zu bezweifeln…

Ach ja. Und dann gibt es noch vereinzelt lustige Erlebnisse mit Befürwortern der DSGVO. So hatte ich beispielsweise vor einiger Zeit, eine Diskussion mit jemanden, der es jetzt ja „so super findet“, dass er auf Veranstaltungen nicht einfach mehr so fotografiert werden kann. Ganz abgesehen jetzt mal, von einem bestehenden KUG (wobei noch nicht in letzter Konsequenz geklärt ist, wo dieses tatsächlich innerhalb der DSGVO anwendbar ist), hat der gute Mann offenbar aber übersehen, dass die DSGVO auch für ihn selbst gilt. Auf seiner Webseite finden sich zwar alle möglichen Tracker, aber keine Datenschutzerklärung (die übrigens schon vor der DSGVO verpflichtend war).  Und das ist kein Einzelfall… Offensichtlich glauben viele Leute nach wie vor, die DSGVO gelte nur für die bösen, bösen amerikanischen Konzerne.

Trotzdem gibt es da noch die andere Seite. Denn auch wenn sich dieses Fazit bislang nicht sehr positiv liest, bleibt dennoch eine Erkenntnis, über die sich die meisten einig sind. Ja, es gibt so etwas wie Datenmissbrauch und er findet tagtäglich statt. Und im Zuge der DSGVO, haben sich bestimmt viele Leute vermehrt über das Thema Datenschutz ihre Gedanken gemacht. Und möglicherweise dabei festgestellt, dass Facebook, Google und Co, eben doch wesentlich mehr Daten über einen sammeln, als wir bislang wussten. Ich persönlich finde die Schaffung von Transparenz gegenüber dem Konsumenten eine grundsätzlich sinnvolle Angelegenheit.  Alles über einen Kamm zu scheren, war halt vielleicht nicht ganz so optimal. Nach wie vor frage ich mich auch, inwiefern eine IP Adresse (für sich alleine stehend) zur konkreten Identifikation einer Person führen soll? Zu einem Anschluß ja. Aber direkt zur Person? Ein deutsches (eh klor) Gericht hat dies jedenfalls so gesehen und somit war diese Ansicht schon im alten BDSG Bestandteil und wurde logischerweise auch in die DSGVO mitübernommen. Fragwürdig auch, dass über den Kamm scheren von Kleinstunternehmen und Großkonzernen, die nun wirklich ALLE Verarbeitungsverzeichnisse führen müssen. Da im tagtäglich Umgang mit dem Internet praktisch jeder Unternehmer IP Adressen über seine Webseiten/Blogs verarbeitet, wird es schon alleine aus diesem Grund kaum Ausnahmen in der Verpflichtung geben.

Fazit: Es wird wohl noch einiges passieren müssen, um die DSGVO realistisch an die Alltagsgegebenheiten anzupassen.  Erreicht hat man zumindest, dass sich betroffene Personen, Unternehmen, Vereine etc. aktiver als früher mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen. Dies aber auch wohl nur deshalb, weil die Androhung drakonischer Strafen im Raum stand. Das man damit alleine keine Haltung bzw Einstellung verändern kann, sollte schon von der Psychologie her klar sein. Zumindest ist sicher, dass durch die DSGVO gute 10 Jahre Rechtsunsicherheit geschaffen wurden. Die möglichen Folgen für die Wirtschaft sind aktuell noch nicht abzusehen. Nicht nur Facebook, sondern auch kleinere und mittlere Unternehmen berichten, dass sie durch die DGSVO beträchtliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssten. Einige Unternehmer bestätigten mir, dass sich dies negativ auf die Personalpolitik auswirken werde.  Aber zumindest hat der Berufsstand der Datenschützer und IT Sicherheitsexperten jetzt Hochkonjunktur. Irgendjemand muss ja auch innerhalb der EU wirklich davon profitieren.

 

Warum Facebook deine Beiträge derzeit als Spam markiert und andere Probleme…

Ungefähre Lesezeit: < 1 Minute

Facebook Spam & Co. Die aktuellen Probleme betreffen auch NutzerInnen!

Vielleicht hast du es als FacebooknutzerIn in letzter Zeit öfters bemerkt: Auffallend oft werden völlig harmlose Beiträge (selbst jene ohne jeglicher Werbebotschaft) als Spam markiert. Daraufhin musst du per Klick Einspruch erheben, worauf der Beitrag dann meist wieder freigeschalten wird. Die Ursache für diese Probleme, liegt möglicherweise in aktuellen Tests, die Facebook in Bezug auf Fake-News durchführt.

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Der Hintergrund:

2019 finden in Europa die EU Wahlen statt. Um Manipulationen, ähnlich wie beim Brexit-Referendum und den US-Wahlen, zu vermeiden, hat die EU Kommission Facebook bis Oktober Zeit gegeben, eine Lösung zu entwickeln um manipulative Beiträge zu erkennen und von der Plattform zu entfernen. Sollte Facebook dies nicht bewerkstelligen können, drohen hohe Bußgelder seitens der EU Kommision. Und dieses Dilemma könnte tatsächlich die Ursache für die aktuell sehr häufig auftretenden Facebook Spam Meldungen sein, da die Plattform verschiedene Tests durchführen muss, um das Problem in den Griff zu kriegen. Das es dabei schon mal den einen oder anderen harmlosen Beitrag erwischt, ist einerseits für gewöhnliche NutzerInnen, andererseits auch für Werbetreibende, ärgerlich.

Dabei sind dies nicht die einzigen Probleme mit denen sich Facebook derzeit herumschlagen muss.

Schon seit vielen Wochen ist die Facebook-Aktie, wegen des durch die DSGVO verursachten Gewinneinbruchs, im Keller. Eine Erholung scheint nicht in Sicht. Und dann mischt sich auch noch das US-amerikanische FBI ein und zerrt Facebook vor Gericht, um die Herausgabe von Kommunikationsdaten von Facebook-Messenger UserInnen zu erwirken.

Das ganze Desaster und alle Probleme von Facebook beschreibe ich in diesem Video: