Mit Domainhandel Geld verdienen? Klappt das noch?

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In den letzten Wochen wurde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob man mit Domainhandel noch Geld verdienen kann. Bedeutet: Man kauft (zb via namecheap) einen Domainnamen günstig ein und verkauft die selbe Domain dann an einen Interessenten mit hoher Gewinnspanne weiter.

Domainhandel Masterclass mit Walter Temmer

Ist der Domainhandel noch ein lukratives Geschöftsmodell?

Der Grund warum mir gerade in den letzten Wochen diese Frage öfters gestellt wurde liegt wohl u.a. in einem ORF-Beitrag, in dem über die Domainhandel-Masterclass von Walter Temmer berichtet wurde

Der Österreicher Walter Temmer taucht immer wieder mal in meinen Facebook Anzeigen auf und gibt sein Wissen in Form einer Masterclass an seine Interessenten weiter.

Ich kann und will diese Masterclass nicht nach ihrer Qualität und ihrem Nutzen beurteilen, da ich sie nicht kenne. Es gab aber dem ORF Bericht nach wohl mit einigen Teilnehmern Probleme, bzw sollen diese ihren Unmut geäußert haben über das Geschäftsmodell und die Art und Weise, wie damit Interessenten gewonnen wurden. Eine wesentliche Rolle dabei spielt auch der Anbieter Copecart. Mehr dazu am Ende dieses Artikels.

Kann man mit Domainhandel Geld verdienen?

Wenn es also nun einfach um die Frage geht, ob man mit Domainhandel Geld verdienen kann, so kann ich diese ganz klar mit JA beantworten. ABER HALT! Bevor du dich jetzt ans Werk machst um Domains einzukaufen, lies lieber erst mal den ganzen Artikel! 😉 Denn es gibt verdammt viele Haken und vor allem (aus meiner Sicht) wesentlich bessere Geschäftsmodelle!

Der Handel mit Domains: Ein Hype zu Beginn der 2000er Jahre

Bwevor man mit Domains handelt geht es an die Domainnamen Recherche.

Im Zeitraum 2000 bis ca. 2010 – also doch schon einige Jahre her – entstand ein regelrechter Hype um den Handel von Domains.

Auch Personen wie Walter Temmer konnten hier nach eigener Aussage schöne Umsätze erzielen. Man ging damals her und registrierte Domainnamen die auf häufig gebrauchte Begriffe, oder Beschreibungen passten. Von diesen nahm man an, dass sie bei der Suchmaschinennutzung eine Rolle spielten. (Also zb auto.de, boerse.de usw) Damals spielte der Domainname beim Suchmaschinenergebnis übrigens noch eine große Rolle.

Im Jahr 2012 hat sich diese Rolle dann durch ein Google Update geändert. Heute ist der Domainname so gut wie kein Rankingfaktor mehr. Ein anschauliches Beispiel gab es damals u.a. als der Ankauf der Domain sex.com für 9,6 Millionen EUR beim neuen Besitzer schon bald zur Enttäuschung wurde. Obwohl man meinen könnte, dass der Domainname bei Eingabe von „Sex“ für Platz 1 auf Google sorgen würde, so war dem eben nicht so. Nicht mal heute ist es so 😉 Die Rankingfaktoren haben sich also massiv geändert und der Domainname spielt hiefür so gut wie keine Rolle mehr.

Schaue dir hier mein Video zu diesem Thema an:

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ja, es gibt Ausnahmen. Zb bei sehr seltenen Suchbegriffen, welche obendrein konkurrenzlos sind. Da kann es schon mal sein, dass man trotzdem aufgrund des Domainnamens ganz oben erscheint. Dies hat dann aber meist wohl auch mit anderen Faktoren zu tun (zb einer tauglichen Optimierung).

Und hier sind wir auch schon beim Stichwort: Optimierung.

Selbst wenn Du es schaffen solltest, dir eine freie Domain auf dem Namen eines sehr häufig gesuchten Keywords zu sichern, so wirst du letztendlich in den allermeisten Fällen nicht um eine gute Seitenoptimierung herumkommen!

Fakt ist: Die wirklich interessanten Keywörter sind sowieso so gut wie alle weg. Und selbst wenn Du welche findest: Welchen Nutzen könnten sie für dich haben, wenn denn der Domainname kein Rankingfaktor mehr ist? Und somit stellt sich auch die Frage: Welchen Nutzen können sie für deine potentielle Domain-Abnehmer haben?

Stichwort Domainhandel: Suchvolumen und CPC
Wie interessant ist eigentlich das Keyword „Domainhandel“ gg

Wann sich Domainhandel und Domainverkauf lohnen kann

Was im Domainhandel durchaus Sinn machen kann – und das ist ja auch eines der Beispiele die Walter Temmer gerne bringt – wenn man beispielsweise Domains für regionale Anbieter registriert und diese an die Anbieter weiterverkauft. Also angenommen du wohnst in Buxtehude und ein neuer Italiener macht dort seinen Laden auf. Dann registrierst du dir die Domain „pizzeria-buxtehude.de“. Bei diesem Beispiel hast du die Suchbegriffe im Domainnamen drinnen, fällst aber wohl aufgrund der Nische und der nicht gegebenen Konkurrenz in die Ausnahmeregel hinein. Stellt sich der Besitzer der Domain also nicht gänzlich blöd an, sollte er bei entsprechender Keywordeingabe in den Suchmaschinen ganz oben aufscheinen. Diese Domain, die du also für ca. 10 EUR auf namecheap gekauft hast, bietest du dem Besitzer nun für sagen wir mal 1000.- EUR an. Gewinn: 990.- EUR Ja, das KANN klappen. Oder eben auch für weniger Geld…

ABER:

Kann man so eine Art von Geschäft automatisieren? Kann man es gezielt skalieren? Meiner Ansicht nach eher nein. Wenn man nicht aktiv auf potentielle Käufer zugeht, wird man zumeist nichts verdienen. Ich selbst habe in den vergangenen 20 Jahren um die 100 Domainadressen via namecheap gekauft. Ich habe IMMER neu gekauft und wäre nie auf die Idee gekommen, bereits vorhandene Domains jemand anderem für teures Geld abzukaufen.

Die Big Player unter den Domainnamen sind (meistens) schon dahin…

Die wirklich interessanten Domainnamen sind längst alle vergeben. Klar, es können sich immer wieder neue Chancen auftun. Denn es kommen laufend neue Trends nach und somit auch neue, interessante Keywordbegriffe, welche man sich als Domainnamen sichern kann. Aber das kostet Zeit, Recherche und wäre mir den Aufwand nicht wert. Da bleib ich lieber bei meinem Lieblingsgeschäftsmodell, dem Affiliatemarketing! 😉 Schau auch mal in die Cashcow rein! Wir haben wieder neue Inhalte!

Statt Domainhandel Affiliate Marketing machen!
Statt Domainhandel: Lieber Affiliate Marketing!

Fazit: In Einzelfällen kann man mit Domainhandel natürlich auch heute noch Geld verdienen. Als Geschäftsmodell halte ich es aber für mich persönlich untauglich, da ich diese Art von Business weder skalieren noch automatisieren kann. Vielmehr bin ich abhängig von neuen Trends auf die ich rechtzeitig aufspringen muss und von meinen Fähigkeiten als Aquisiteur potentieller Domainabkäufer. Auch wenn ich Walter Temmer recht gebe, dass man damit sicher immer noch Geld verdienen kann: Mir persönlich wäre das zu anstrengend.

Nachtrag zum ORF Beitrag über die Masterclass von Walter Temmer:

In dem besagten Beitrag ging es vor allem um unzufriedene Teilnehmer der Masterclass, die aus dem Vertrag mit Walter Temmer aussteigen wollten. Tatsächlich bestand der Vertrag aber mit der Firma Copecart und es wurde zum Abschluss des Vertrages ein Verzicht auf das Widerrufsrecht seitens des Kunden abgegeben. Das interessante ist nun: Die Vertragsanbahnung wurde auf telefonischen Weg, durch Mitarbeiter von Walter Temmer in die Wege geleitet. Wenn auf telefonischem Wege Verträge geschlossen werden unterliegen diese dem Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz. Im Regelfall hat der Konsument bei dieser Art von Vertägen ein 14tägiges Rücktrittsrecht.

Nun ist es aber so, dass (laut Aussage Temmer im ORF Bericht) die Konsumenten auf ihrem eigenen PC den eigentlichen Vertragsabschluss händisch tätigen und so offenbar auch dem Verzicht auf das Widerrufsrecht zustimmten. Laut Konsumentenschützer, ist dieser Verzicht aber deshalb nach österreichischem Recht nicht haltbar, da die Leistung seitens dem Anbieter Walter Temmer nicht vollständig erbracht wurde. Was damit konkret damit gemeint ist, lässt mich etwas rätselnd zurück, denn der Kunde hat ja bereits Zugang zur Masterclass erhalten. Möglicherweise ist es aber so, dass der Kunde nicht alle Module freigeschalten bekommen hat (so wie das zb bei der Cashcow oder anderen ähnlichen Produkten der Fall ist), oder aber bestimmte Coachingleistungen noch nicht erhalten hat.

Laut ORF Bericht hat Copecart den im ORF Beitrag gezeigten Teilnehmern, die vom Vertrag zurücktreten wollten, ihr Geld wieder zurücküberwiesen.

Legitimes Geschäftsmodell

Und nur um alle Missverständnisse auszuräumen:

Auch wenn ich mich für diese Art von Geschäft persönlich nicht begeistern kann, schließe ich mich den Unkenrufen diverser Nörgler und Schlechtredner das diese Domainhandel-Masterclass doch nur „Abzocke“ usw sei NICHT an! Es ist ein völlig legitimes Geschäftsmodell – man muss aber natürlich auch persönlich etwas damit anfangen können. Ihr wollt wissen was echte Abzocke ist? Dann lest mal diesen Artikel von mir zu Skyway 😉 Dann wisst ihr Bescheid.