Seit über 20 Jahren durchdringen soziale Medien unsere Gesellschaft, doch sind sie wirklich unser Untergang? Hasskommentare, Desinformationen – oft durch KI verstärkt – nehmen überhand und Konzerne wie Meta unternehmen kaum etwas. Auch aus Onlinemarketing Sicht sind soziale Medien immer uninterressanter. Wäre es also nicht an der Zeit, dass wir alle die Reißleine ziehen und uns geschlossen verabschieden? Und schaffen wir das überhaupt?
Regulierungsbemühungen im internationalen Vergleich
Weltweit erkennt man eine Tendenz, seine Kinder zu schützen. Australien und Indonesien haben bereits Verbote für Jugendliche unter 16 Jahren beschlossen. Auch Österreich zeigt Interesse an ähnlichen Modellen, während Brasilien neue Regeln für den digitalen Jugendschutz vereinbart hat, um Familien und insbesondere Jugendliche und Kinder zu schützen.

Die Rolle der EU und der Einsatz von Expertengruppen
Zudem setzt die EU Expertengruppen ein, um Bürger zu beraten. Diese Gruppen untersuchen mögliche Verbote für Minderjährige, um vor den Gefahren von Hasskommentaren und Desinformationen, aber auch Betrug (auch durch KI), zu schützen.
Besonders interessant ist, wie die EU hier vorgeht. Expertengruppen sollen fundierte Empfehlungen erarbeiten, die dabei helfen, die Risiken des Online-Marketings und der Flut an Desinformationen zu verstehen und zu minimieren. Es geht letztendlich darum, uns aber vor allem unsere Kinder besser zu schützen, wenn Meta und Co. selbst untätig bleiben. Und ja. Sie sind untätig! Das simple „Verbote“ für sich alleine dabei zu kurz greifen, sollte uns aber auch allen klar sein.
Mindestens 10% ALLER Facebook Anzeigen sind Betrug! Und Meta unternimmt NICHTS!
Genau dieses Thema hat kürzlich auch die Socialmedia Expertin Ingrid Brodnig aufs Tablett gebracht. Und auch wir in unserer Masterclass haben dieses Thema erst vor kurzem mit Trafficcaptain Andy Wullmer diskutiert.
Das Problem ist, dass Konzerne wie Meta mittlerweile großen politischen Einfluss haben und teilweise so mächtig sind, dass sie selbst bei hohen verhängten Geldstrafen jahrelang weiterprozessieren können, während sich absolut nichts ändert. Dabei verdient Facebook auch an den uns allen bekannten Deepfake Videoanzeigen mit (gefakten) bekannten Persönlichkeiten, Milliarden.
Es geht also nicht nur darum, dass Facebook sozialen Unfrieden stiftet, es geht auch darum, dass Facebook Betrüger aktiv unterstützt, anderen Usern massiv zu schaden! Die Rede ist von mindestens 10% aller Anzeigen auf Facebook, die einen betrügerischen Hintergrund haben. Manche Quellen sprechen sogar von bis zu einem Viertel. Aber wehe, es werden Brustspitzen gezeigt! Das ist natürlich absolut skandalös und schadet dem Nutzererlebnis…
Nutzen für dein Onlinemarketing? So gut wie nicht mehr gegeben
Aber auch aus Onlineunternehmer-Sicht hat Facebook stark nachgelassen. Egal mit wem ich über das Thema spreche: Ich höre fast nur noch von Problemen mit Anzeigen, ungerechtfertigten Accountsperren, willkürliche Herabstufungen beim Publisherwert usw. Über die Sinnlosigkeit von Facebookseiten und direkter Werbung in kostenlosen Facebookgruppen muss ich ohnehin nicht sprechen. Aber dieses Thema hatten wir ja schon mehrfach. Wenn du überhaupt heute noch im kostenlosen Modus auf ein Seitenprojekt hinweisen kannst, dann ist das ausschließlich im Messenger selbst. Aber nirgendwo im öffentlichen Bereich. Da kann deine Werbung noch so toll sein, Facebook gibt ihr keine Reichweite, weil sie wollen, dass die Leute auf ihrer Plattform bleiben. Allein schon aus diesem Grund, war ich schon vor einiger Zeit sehr motiviert, mit dem Facebook Cashbooster ein System zu entwickeln, um diesen Laden auszutricksen 😉
Aktuelle Prozesse: Designentscheidungen und ihre Folgen
Gerade untersucht ein Mammutprozess in Kalifornien, ob Meta und Google bewusst Abhängigkeiten schaffen. Die EU fordert von TikTok die Entfernung des Infinite Scrolling, da Plattformen jahrelang menschliche Bedürfnisse zur Maximierung der Nutzungszeit ausgenutzt haben. Du siehst, die Zeit der Ausreden ist (hoffentlich) bald vorbei. Aber ich befürchte, die Marktmacht ist so groß, dass dieser Kelch wohl nicht so schnell an uns vorübergehen wird.
Ständig ziehen dich Funktionen wie Infinite Scrolling und Autoplay in ihren Bann. Sie sind gezielte Designentscheidungen, die deine Nutzungszeit maximieren und dich unbewusst an die Plattform binden, wie die EU gerade vor allem bei TikTok offiziell feststellt. Aber so neu ist diese Erkenntnis ja in Wirklichkeit nicht.
AKTUELLE EMPFEHLUNG FÜR MEHR LEADS UND UMSATZ:
Der Fokuswechsel von der Inhaltsmoderation zur Plattform-Architektur
Früher lag der Fokus auf der Moderation von Inhalten. Nun rückt die Architektur der Plattformen selbst in den Vordergrund, da immer mehr Desinformationen und Hasskommentare, oft durch KI verstärkt, ungestört bleiben.
Tatsächlich lenkt Meta von diesem Problem ab, indem es sich auf die Moderation konzentriert, während das eigentliche Problem in der technischen Architektur liegt. Dieser Fokuswechsel ist entscheidend, denn die Gestaltung der Plattformen selbst ermöglicht die Verbreitung von Hass und Desinformation, während gleichzeitig betrügerische Online-Marketingstrategien mit Hilfe von KI-Fakes ungestört in deinen Feeds auftauchen. Und wenn du diese Anzeigen meldest, blockt Facebook standardmäßig ab und erklärt, dass das eindeutig zu erkennende Fakevideo natürlich mit den Richtlinien konform geht. Ja, ne is klar..
Algorithmische Kontrolle und die Erosion des Diskurses
Ständig fördern Algorithmen die Bildung von Blasen, verstärken politische Polarisierung und verbreiten Desinformation in alle Richtungen hin. So werden User in eine Echokammer gedrängt, die Meinungen bestätigt und neue Perspektiven ausblendet. Das schadet dem offenen Diskurs. Wir als Erwachsene erkennen dieses Problem wenigstens (vermutlich auch nicht alle, aber viele von uns). Aber Kinder und Jugendliche können das in den meisten Fällen wahrscheinlich noch gar nicht richtig einschätzen.
Verdrängung des Privaten durch kommerzielle und manipulative Inhalte
Mittlerweile wurde es durch dein Smartphone möglich, private Inhalte durch professionellen Content und Influencer-Beiträge zu verdrängen. Die EU sanktioniert dies nun mit dem Digital Services Act (DSA) unter anderem bei der Plattform X. Das sich die an die Rechtssprechung nicht halten wollen, ist auch noch mal ein eigenes Kapitel.
Dein Feed wird zunehmend von kommerziellen und manipulativen Inhalten dominiert, die deine Aufmerksamkeit auf Produkte oder Ideologien lenken sollen. Diese Verschiebung weg von authentischen, persönlichen Interaktionen hin zu perfekt inszenierten Beiträgen von Influencern und Unternehmen verzerrt auf kurz oder lang nicht nur deine Wahrnehmung der Realität, sondern untergräbt auch die Möglichkeit für echten, ungefilterten Austausch.
Der juristische Wendepunkt: Parallelen zur Tabakindustrie
Aktuell zielt ein Zivilprozess in den USA auf Schadensersatz für Individuen ab. Dieser Prozess wird direkt mit den historischen Verfahren gegen die Tabakindustrie verglichen. Dies könnte der Präzedenzfall für unzählige weitere Klagen werden, die Meta und Co. vielleicht doch mal das Fürchten lehren.
Früher galten Zigaretten als harmlos, heute sind sie streng reguliert. Ähnlich strebt der Prozess eine langfristige Anerkennung gesundheitlicher Schäden durch soziale Medien an, um eine strengere Reglementierung des Konsums zu erzwingen.
Damals, als die Gefahren des Rauchens noch nicht vollends verstanden wurden, gab es kaum Einschränkungen. Heute sind wir Zeugen, wie Online-Plattformen zu Brutstätten für Hasskommentare und KI-generierte Desinformationen werden, ohne dass Meta wirksam dagegen vorgeht. Ihr seht die Parallele: Die juristischen Bemühungen zielen darauf ab, aus der einstigen gesellschaftlichen Akzeptanz der sozialen Medien eine staatliche Kontrolle zu entwickeln, ähnlich wie es bei der Tabakindustrie geschehen ist. Es geht darum, die Unternehmen für die Schäden verantwortlich zu machen, die sie durch ihr Geschäftsmodell und die mangelnde Moderation verursachen.
Politische Widerstände und die Notwendigkeit eines Lernprozesses
Doch erschweren Allianzen wie die zwischen Donald Trump und der Tech-Szene, sowie mögliche Zoll-Drohungen die EU-Regulierung erheblich. Geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftlicher Druck sind hierbei keine kleinen Hürden.
Und ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass ich normalerweise kein Freund überbordender Regulierungen bin! Ich habe mich in der Vergangenheit schon öfters gegen die eine oder andere EU-Verordnung stark gemacht. Aber hier geht es um weit mehr als das! Es geht nicht nur um unsere eigene Zukunft. Es geht auch um die Zukunft unserer Kinder und um die Erkenntnis, dass dieser von den angeblich so „sozialen“ Medien vorgegebene Weg gesamtgesellschaftlich ABSOLUT FALSCH ist! Und hier muss auf kurz oder lang dagegen gesteuert werden, sonst kommen wir allesamt in des Teufels Küche – sofern wir dort nicht schon gelandet sind.
(Absurde) Nebeneffekte des etablierten „Hass im Netz“ Gesetzes.
Seit einigen Monaten gehen verschiedenste Personen gegen „Hassposter“ auf Facebook und Co vor. Der in Österreich wohl bekannteste Kläger ist der Publizist Sebastian Bohrn Mena. Er klagt gegen mittlerweile hunderte Beleidigungen und Bedrohungen auf Facebook und Co, vorwiegend aus der rechtsextremen Ecke. Dabei ist er laut eigener Aussage sehr erfolgreich und gewinnt einen Prozess nach dem anderen. Bohrn Mena wird von vielen Leuten als polarisierend wahrgenommen, da er sich selbst kein Blatt vor den Mund nimmt. Aber „kein Blatt vor den Mund nehmen“ ist nun mal etwas ganz anderes, als andere Menschen grob zu beleidigen oder zu bedrohen. Und das ist es, was Bohrn Mena und übrigens auch seiner Frau seit Monaten widerfährt.
Und er hat natürlich völlig recht, gegen diese Personengruppen von Hasspostern entsprechend vorzugehen. Dafür gehört ihm eigentlich eine Medaille verliehen, denn das was sich hier manche Personen heutzutage erlauben, ist wirklich unter aller Sau, um es mal salopp zu formulieren.
Gleichzeitig kann man sich natürlich die Frage stellen, ob kolportierte 4500.- EUR Schadensersatz wegen eines „Facebooklikes“ zu einem Hasskommentar, wirklich die Gehirnwindungen der Beklagten wieder in eine richtige, humanere Richtung bringt? Leider habe ich da so meine Zweifel. Und durchaus kann man da die Verhältnismässigkeit diskutieren. Aber hier prinzipiell mal in die Offensive zu gehen und sich von solchen Gestalten nichts gefallen zu lassen, ist jedenfalls trotzdem zu begrüßen, denn viele kapieren es offenbar leider erst wenn sie ordentlich blechen. Und ja, wir haben davon übrigens auch schon erfolgreich Gebrauch gemacht und würden das auch jederzeit wieder tun.
Das es da einen verurteilten österreichischen Lobbyisten gibt, der (siehe Falterartikel) auch auf so einen Zug aufspringen will, ist nochmal ein anderes skurriles Thema. Aber daran erkennt man halt auch, wie komplex das alles geworden ist. Hauptverantwortlich hier sind jedenfalls nicht nur die einzelnen Menschen auf den Plattformen, sondern auch die Plattformen selbst, die diesen Ungeist bewusst mitgeschaffen haben. Durch das absichtliche massive Einschränken von Faktenchecks und dem ignorieren von Onlinemeldungen in Bezug auf Betrug und Hasskommentare, sorgen sie jedenfalls für mehr Ärger unter den Usern, mehr Polarisierung und natürlich letztendlich dadurch für mehr Umsatz für den Konzern. Denn alles was aufregt, bringt Geld. So funktioniert der Algorithmus. Uns als User bringt das halt unterm Strich herzlich wenig, wenn Facebook zunehmend zum Kriegsschauplatz wird.
Sind die (a)sozialen Medien unser Untergang? Warum wir alle aus META und Co austreten sollten
Du siehst, Plattformen wie Meta zeigen eine mangelnde Verantwortung, was sich in ausufernden Hasskommentaren und Desinformationen, auch durch KI, manifestiert. Betrügerische Anzeigen treiben dies auch nochmal an, da ökonomische Interessen über gesellschaftlichen Werten stehen. Deine Unzufriedenheit ist berechtigt, und Regulierungen sind derzeit politisch attraktiv. Eigentlich wäre es an der Zeit, aus diesem in jeder Hinsicht unnützen Laden geschlossen auszutreten, um eine Transformation hin zu Medien zu unterstützen, die wieder höhere gesellschaftliche Werte priorisieren. Das mag ein schwerer, fast unvorstellbarer Schritt sein. Was mich angeht, habe ich meine TikTok aber auch Facebook Onlinezeit mittlerweile halbiert. Ich will nicht ausschließen, dass ich es nicht demnächst komplett sein lasse. Eigentlich sollten wir das alle geschlossen so machen. Und wieder mehr persönlich miteinander reden. Und was Marketing angeht: Glaubt mir: Das funktioniert auch so gut wie ohne Social Media. Ich selbst nutze es eigentlich schon lange nicht mehr. Klar, ich hab leicht reden, weil ich schon viel Reichweite auf eigenem Grund und Boden habe. Aber trotzdem glaube ich, dass es auch für Neustarter ohne Facebook klappt.

Abschließend vielleicht noch ein kleiner, zugegeben etwas weit hergeholter Vergleich. PS: Danke an meinen Trainingspartner Herbert für das Bild!
Wir haben festgestellt, dass ein „Gym“ so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was gerade auf Socialmedia Plattformen passiert.
In alle den Jahren wo ich trainiere, habe ich NOCH NIE ein böses Wort, oder eine Streiterei oder sonst irgendwelche Reibereien im Gym erlebt. Bei uns trainieren Leute aus aller Herren Länder. Völlig unterschiedliche Kulturen (wahrscheinlich auch unterschiedliche politische Richtungen denkend). Und trotzdem herrscht eine unglaubliche respektvolle Haltung und Höflichkeit vor. Und Facebook…?
Ach ja, einen hab ich noch! Ja, du kannst tatsächlich Geld verdienen mit Facebook! Aber nicht so, wie du es dir jetzt vielleicht vorstellst! 😉 Hier alle Infos << (wichtiger Link!)
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