Im letzten Beitrag ging es ja recht ausführlich um den KI Audio Empire Hoax und wie damit offenbar mehrere hundert Käufer mit irreführenden Aussagen an der Nase herum geführt wurden. Das sich die Dinge nicht unbedingt so verhalten, wie sie seitens der Produktersteller in den Webinaren dargebracht wurden, kann sogar jeder Laie binnen kürzester Zeit selbst nachrecherchieren. Die konkreten Probleme die es da gibt, kannst du aus dem Artikel im oberen Link erlesen. Und schneller als ich dachte wurde nun über Spotify selbst ein aktueller Artikel veröffentlicht, der keine Zweifel mehr daran lässt, wie Spotify zu rein KI generierten Content als Massenware steht. Und ja: Spotify löscht KI Content und das nicht zu knapp! Ganze 75 Millionen Spam-Tracks wurden in den letzten 12 Monaten von der Plattform entfernt und besonders in den letzten Monaten war man offenbar besonders aktiv.
Jedenfalls macht eine Monetarisierung von reinem KI‑Content auch noch aus anderen Gründen kaum Sinn auf solchen Plattformen. Massenhaft generierte, minderwertige Tracks verletzen mitunter auch Rechte von Dritten, tragen zum Identitätsmissbrauch bei und vor allem verwässern sie den Tantiemenpool. Plattformen wie Spotify verbieten deshalb die Monetarisierung solcher Massenuploads, um Betrug, Spam und Stimmfälschungen zu stoppen und die Integrität von Künstlern sowie deren Einnahmen zu schützen. Dies passt auch zur Vorgehensweise von Youtube, wo ebenfalls schärfere Richtlinien bzgl der Monetarisierung mit KI Content festgelegt wurden. Siehe dazu der T-Online Artikel
Kommt dieser Schritt von Spotify also überraschend? Nein, eigentlich nicht.
KI in der Musik/Audioproduktion
Du erlebst gerade, wie generative KI den Produktionsprozess extrem beschleunigt: schnelle Demo-Entwürfe, automatisierte Arrangements und KI-gestützte Vocals. Gleichzeitig hat diese Geschwindigkeit einen Preis: Im sogenannten Spotify Newsroom gab das Unternehmen bekannt, dass sie alleine in den letzten 12 Monaten 75 Millionen Spam-Tracks entfernt haben, die offensichtlich rein KI generiert wurden, um sie als Massenuploads für die Monetarisierung zu veröffentlichen.
Hat Spotify mit KI generell ein Problem?
Nein, das kann man so nicht sagen. Es gibt viele Arbeitsabläufe im Rahmen einer Audioproduktion, in der heutzutage KI ins Spiel kommt. Denken wir zb ans Mastering, oder der Stimmenverbesserung. Hier helfen sogar einfache Tools wie zb „my Edit online“ perfekt, um innerhalb weniger Sekunden ein deutlich besseres Hörerlebnis zu erzielen.
Der Einsatz solcher Tools stellt für Spotify und andere Plattformen sicherlich kein Problem dar. Problematisch dürfte es aber werden, wenn es um rein KI generierte Titel geht, die überwiegend ohne menschlichen Einfluss produziert wurden und für Massenuploads missbraucht werden.
Spotify entfernt Millionen Spamtracks – Das schreibt Spotify dazu im neuesten Newsroom-Artikel
„Im schlimmsten Fall nutzen sogenannte „Bad Actors“ oder Content-Farmen KI, um Hörer*innen zu täuschen und minderwertige Inhalte ins Ökosystem zu bringen. Das kann authentische Künstler*innen ausbremsen, die gerade dabei sind, ihre Karriere aufzubauen.“
Und weiter schreibt Spotify:
„Das Problem: Die gesamten Musik-Auszahlungen auf Spotify sind von einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2014 auf zehn Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 gestiegen. Solch hohe Summen ziehen leider auch Betrüger*innen an. Spam-Taktiken wie Massen-Uploads, Duplikate, SEO-Hacks, Missbrauch von extrem kurzen Tracks und andere Formen von minderwertigen Inhalten lassen sich leichter ausnutzen, da sich durch KI-Tools in kurzer Zeit große Mengen an Musik generieren lassen.
Unsere Antwort: Im Herbst führen wir ein neues Filtersystem für Musik-Spam ein. Dieses System erkennt Tracks und Personen, die solche Taktiken beim Hochladen von Musik nutzen, markiert sie und unterbindet die darauf bezogenen Empfehlungen. Wir wollen sicherstellen, dass wir nicht versehentlich die Falschen bestrafen. Deshalb werden wir das System in den kommenden Monaten vorsichtig und schrittweise einführen und fortlaufend neue Signale hinzufügen, welche die neuen Spam-Methoden zuverlässig identifizieren.
AKTUELLE EMPFEHLUNG FÜR MEHR LEADS UND UMSATZ:
Warum das wichtig ist: Unkontrolliertes Spam-Verhalten kann den Tantiemen-Pool verwässern und die Sichtbarkeit für Künstler*innen verringern, die sich an die Regeln halten. Unser neues Filtersystem für Musik-Spam schützt davor und verhindert, dass Spammer*innen Einnahmen generieren, die stattdessen an professionelle Künstler*innen und Songwriter*innen gehen sollten.„
Klingelt es schon?
Auch wenn in diesem Absatz nicht eindeutig die Rede von Hörbüchern ist, kann ich euch zu 100% garantieren, dass es mit Sicherheit auch diese Sparte betreffen wird!
Aus Sicht von Spotify macht die Zulassung von KI-Content zur Monetarisierung kaum Sinn: Sie verwässert den Tantiemen-Pool, schafft Anreize für Massen-Spam und erhöht Prüfkosten. Die Durchsetzungskosten und Betrugsbekämpfung übersteigen oft die erzielbaren Einnahmen, solange keine verbindliche Authentifizierung, Lizenzierung und DDEX-basierte Kennzeichnung verpflichtend ist.

Schlussfolgerung – Spotify löscht KI-Content!
Ja, man kann KI natürlich sinnvoll für seine Audio- und Videoproduktionen nutzen. Wer aber heute noch ernsthaft behauptet, dass man mit KI erstellten Content ein Megageschäft machen kann, behauptet das nur deshalb, weil er/sie selbst mit dieser Behauptung Geld verdient. Zuletzt so gesehen bei „KI Audio Empire“. Aber ich muss euch enttäuschen: Ein Anwender wird davon überhaupt nichts haben. Und das schlimme ist: Er hat nicht die geringste Chance etwas zu monetarisieren. Produktersteller mit so langjähriger Erfahrung sollten das eigentlich wissen! Und wenn du mir nicht glaubst, sprich einfach mit anderen Kreativen, die langjährige Erfahrung in der Contentproduktion und der Monetarisierung mit Plattformen wie Spotify mitbringen!
Das nun bekannt gewordene Vorgehen Spotifys zeigt jedenfalls klar auf, was in Zukunft passieren wird. Und andere Plattformen werden hier natürlich nachziehen. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet.
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